Geschichtliche Entwicklung vom Fagott - Philipp Dangas

Geschichtliche Entwicklung vom Fagott

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Kurzbeschreibung der Grafik: Fagott in kleiner Darstellung

Das Fagott ist wie die Mitglieder der Oboen-Familie aus den Schalmeien der Renaissancezeit hervorgegangen. Seine Entwicklung vollzog sich jedoch in anderer Weise als die der Oboen , die als unmittelbare Nachfolger der Schalmeien zu betrachten sind, deren grundsätzliche strukturelle Eigenschaften sie heute noch besitzen. Alle Schalmei-Instrumente besaßen in ihrer ursprünglichen Form ein gerades Rohr.

Die Baßinstrumente dieser Familie - die Bomharte oder der Pommer - waren daher von außerordentlicher Länge. Das Rohr der Großbaß­pommer war etwa 10 Fuß, d.h. also gut 3 meter lang. Um diese Unhandlichkeit beseitigen zu können, ging man im 16.Jahrhundert dazu über, die äußere Länge dieser Instrumente durch Knickungen bzw. Mehrfachbohrungen zu verkürzen. Die Instrumente wurden bedingt dadurch handlicher und kammen mit 2 Klappen aus, und eine klangliche Veränderung des Instruments zu folge hatte. Seine Töne waren nicht menr rauh und heiser wie die der Bomharte, sondern weich und angenehm.

Der berühmteste Verfertiger dieser Instrumente war der Nürnberger Instrumenten­bauer Siegmund Snitzer († 1578). Im 17.Jahrhundert erhielt das Instrument seine heutige spezifische Struktur aus mehreren Rohrteilen, d.h. das U-förmig ausgebohrte Stück wurde verkürzt. Zu dieser Zeit entstand auch der Name Fagott und zwar wie heute allgemein angenommen wird, aus dem italienischen „il fagotto“ („Das Bündel“ - die einzelne Rohrteile sind wie ein Bündelzusaammengelegt). Sowohl die Bezeichnung „der“ Fagott als auch „das“ Fagott war üblich. Heute sagt man nur noch „das Fagott“.

Im 19.Jahrhundert wurde das Fagott entscheidend verbessert. Unter den deutschen Instrumentenbauer, sind zunächst der Dresdener Heinrich Grenser und sein Nachfolger Wiesner, sowie Haseneier in Koblenz zu nennen. Am erfolgreichsten war der nassauische Fagottist und Kammermusiker Carl Almenräder († 1843) der in elfjähriger Arbeit (1824-1835) die Struktur des heutigen Fagotts ersann.

Er verband sich zunächst mit Schott in Mainz und von 1831 an mit J.Adam Heckel in Biebrich, mit dem er am 11.3.1831 die bekannte Firma Heckel gründete. Unter der französischen Instrumentenbauern, die sich 19.Jahrhundert um die Entwicklung vom Fagott verdient gemacht haben, sind neben Triébert noch F.G.Adler († 1854) und Jean-Nic.Savari, der in den 1820er und 1830er Jahren klanglich hervorragende Fagotte herstellte, beide in Paris, zu nennen. Wie alle Blasinstrumente wurde auch das Fagott zunächst chorisch, d.h. in verschiedenen Stimmungen gebaut. Man unterschied im 16.Jahrhundert und 17.Jahrhundert:

  1. Diskantfagott: (Tonumfang → g-c2)
  2. Alt- oder Tenorfagott: (Tonumfang → G-f1)
  3. Choristfagott: (Tonumfang → C-d1)
  4. Doppelfagott, und zwar
    • Quartfagott: (Tonumfang → G1-f)
    • Quintfagott: (Tonumfang → F1-es)
  5. Kontrafagott: (Tonumfang → C1-d)
Quelle: Hans Kunitz „Die Instrumentation“.
Tonbeispiel zum Klang vom Fagott [Musik von Dmitri Schostakowitsch] Μέγεθος-αρχείου: 198 Kilobyte
Die Verwendung vom Fagott in der Musik
Komponist Werk Musikstil
Nikos Skalkottas Quartett für Klavier, Oboe, Fagott und Trompete Nr. 1 A/K 40 Kammermusik
Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch 9. Sinfonie Es-Dur, opus 70 Orchester
Ludwig van Beethoven 9. Sinfonie in d-Moll opus 125 Orchester
Igor Fjodorowitsch Strawinski Le sacre du printemps Orchester
Wolfgang Amadeus Mozart Die Hochzeit des Figaro Oper

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